Regularien
Präsident Alexander Tischler begrüßte die anwesenden Freundinnen und Freunde im ParkCafé sowie die Gäste Johann Pistracher vom RC Unteres Drautal-Paternion, Klaus Galle und Bruno Schachner vom RC Wien sowie Martin Kerschbaumer. Ebenfalls herzlich willkommen geheißen wurde Ing. Michael Feusthuber, Inhaber der Firma Zöchling Installationen, der den Vortrag des Abends hielt.
Zu Beginn wurden außerdem herzliche Grüße von Anton „Tonto“ Gradischnig übermittelt, der ursprünglich am Meeting teilnehmen wollte, sich aufgrund großer Erschöpfung jedoch entschuldigen ließ.
Ein stiller Rückblick galt dem Begräbnis unseres verstorbenen Freundes DDr. Giampaolo Caneppele, der am 29. April 2026 im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Er war seit 1971 Mitglied unseres Clubs, Präsident im rotarischen Jahr 1983/84 und Twin Paul Harris Fellow. Die Verabschiedung fand am Samstag, dem 9. Mai, in der Zeremonienhalle am Zentralfriedhof Villach statt und war sehr würdig gestaltet. Zahlreiche rotarische Freunde und Wegbegleiter nahmen daran teil. Die Familie bedankte sich herzlich für die Anteilnahme und die Verbundenheit des Clubs. Giampaolo hatte immer wieder mit großer Freude von seinen rotarischen Freunden erzählt.
Rotarische 5 Minuten
André Hensel informierte über die bevorstehende Distriktkonferenz am 5. und 6. Juni 2026 in Klosterneuburg. Die Veranstaltung steht nicht nur Clubfunktionären offen, sondern allen Rotarierinnen und Rotariern des Distrikts. André und Hansjörg Hufnagl werden teilnehmen und reisen bereits am Vortag nach Wien, wo ein Treffen mit Klaus Bruckmann, Armin Fidler und Heinz Müller vom RC Wien-Nordost geplant ist.
Weiters wurde nochmals auf den 6. Juli hingewiesen. An diesem Tag findet das rotarische Treffen am Ossiacher See beim Seehotel Hoffmann statt. Geplant sind ein Empfang auf der Sonnenterrasse, die Steinübergabe sowie im Anschluss der Konzertbesuch im Rahmen des Carinthischen Sommers im Domenig Steinhaus. Der Abend klingt mit einem gemeinsamen Menü mit Nadja Kayali, unserem Freund Friedhelm und den Künstlern aus. Das Konzert ist bereits ausverkauft; für unseren Club konnten jedoch noch Karten reserviert werden. Um rasche Anmeldung wird gebeten.
Vor dem Hintergrund mehrerer Todesfälle im laufenden rotarischen Jahr wurde auch die Mitgliederentwicklung angesprochen. Mit DDr. Giampaolo Caneppele und Dkfm. Dr. Helmut Wassermann hatte der Club zuletzt zwei verdiente Past-Präsidenten verloren. Der Mitgliederstand liegt aktuell bei 48 und damit erstmals seit langer Zeit wieder unter der Marke von 50. Daraus ergibt sich klarer Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf Verjüngung und aktive Mitgliedergewinnung.
Anton Gradischnig stellte im Anschluss an das Essen den Vortragenden Ing. Michael Feusthuber näher vor. Feusthuber ist Inhaber der Firma Zöchling Installationen in Villach. Er absolvierte eine technische Ausbildung im Bereich Maschinenbau und Umwelttechnik, beschäftigte sich später auch mit Wirtschaftspsychologie und bringt darüber hinaus Erfahrung als Milizoffizier mit. Anton Gradischnig empfahl ihn dem Club als jungen, aufstrebenden Unternehmer und möglichen neuen Freund.
Vortrag
Ing. Michael Feusthuber hielt den Vortrag des Abends zum Thema „Energieautarkie mit Wärmepumpe und Photovoltaik“.
Gleich zu Beginn stellte er klar, dass es ihm nicht um eine pauschale Bewertung einzelner Heizsysteme gehe. Jede Heizung habe ihre Berechtigung. Im Zentrum stand vielmehr die Frage, wie Haushalte angesichts steigender und schwankender Energiepreise unabhängiger werden können. Öl, Gas und LNG stehen weiterhin in einem geopolitisch angespannten Umfeld. Eine Heizungsentscheidung bindet Kapital und Betriebskosten für viele Jahre – oft für zwei bis drei Jahrzehnte.
Der größte Hebel liegt laut Feusthuber im Heizraum. Während Photovoltaik nach außen sichtbar ist, entscheidet die technische Qualität des Heizsystems wesentlich über Effizienz und Kosten. Besonders wichtig sind dabei der tatsächliche Wärmebedarf des Gebäudes, die erforderliche Vorlauftemperatur, die vorhandenen Heizflächen, die Hydraulik und das Nutzerverhalten.
Anschaulich erklärte er das Prinzip der Wärmepumpe: Der Umwelt wird Energie entzogen – aus Luft, Wasser oder Erde. Über einen Kältekreis, Verdampfung, Kompressor und Wärmeübertragung wird diese Energie für Heizung und Warmwasser nutzbar gemacht. Aus einer Kilowattstunde Strom können bei einer Jahresarbeitszahl von drei rund drei Kilowattstunden Wärme entstehen. Entscheidend sei allerdings nicht der oft beworbene COP-Wert unter Idealbedingungen, sondern die realistische Jahresarbeitszahl im tatsächlichen Betrieb.
Gerade im Bestand sei eine Wärmepumpe sorgfältig zu prüfen. Wenn ein Gebäude auch mit Vorlauftemperaturen unter etwa 55 Grad ausreichend warm wird, sind die Voraussetzungen grundsätzlich günstig. Bei hohen Vorlauftemperaturen, kleinen Radiatoren oder schlecht abgestimmter Hydraulik kann eine Wärmepumpe deutlich ineffizienter arbeiten. Fußboden- oder Wandheizungen sind vorteilhaft, aber nicht immer zwingend erforderlich. Wichtig ist eine saubere Analyse vor Ort.
Auch die Schallthematik wurde angesprochen. Luftwärmepumpen müssen so aufgestellt werden, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten und Nachbarn nicht beeinträchtigt werden. Dafür werden Aufstellort, Gerätetyp und Schallausbreitung im Vorfeld geprüft.
Im Zusammenspiel mit Photovoltaik liegt der Nutzen vor allem in höherem Eigenverbrauch und besser planbaren Betriebskosten. Feusthuber stellte klar, dass Photovoltaik und Wärmepumpe kein „Gratis-Heizen“ ermöglichen, da die PV-Erträge im Sommer am höchsten sind, der Heizbedarf jedoch im Winter entsteht. In der Übergangszeit kann die Kombination aber einen deutlichen Beitrag leisten.
Ein Rechenbeispiel zeigte die Größenordnung: Bei einem Bestandshaus mit 160 Quadratmetern und rund 24.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr können sich die jährlichen Energiekosten durch den Umstieg von Öl auf Wärmepumpe und zusätzliche Photovoltaik deutlich reduzieren. Als grobe Investitionsrahmen nannte er rund 28.000 bis 38.000 Euro für eine Wärmepumpe sowie etwa 12.000 bis 18.000 Euro für eine 10-kW-Photovoltaikanlage. Förderungen für Heizungstausch und Land Kärnten können die Investition spürbar senken. Als sinnvolle Orientierung nannte er eine Amortisation innerhalb von rund zehn Jahren; bei 15 bis 20 Jahren müsse man sehr genau prüfen, ob die Entscheidung wirtschaftlich noch sinnvoll sei.
In der Diskussion wurde unter anderem der Unterschied zwischen Luftwärmepumpen und Tiefensonden besprochen. Tiefensonden sind effizienter, weil die Temperatur im Erdreich konstanter ist, verursachen jedoch deutlich höhere Errichtungskosten. Luftwärmepumpen haben sich technisch stark weiterentwickelt und sind daher in vielen Fällen die wirtschaftlichere Lösung. Gleichzeitig bleibt die Lebensdauerfrage wichtig: Bei außen aufgestellten Geräten ist die Anlage stärker der Witterung ausgesetzt.
Auch Monoblock- und Splitgeräte wurden diskutiert. Bei Splitgeräten liegt ein Teil der Technik innen, bei Monoblock-Geräten befindet sich der wesentliche Kältekreis im Außengerät. Durch aktuelle Kältemittelentwicklungen – insbesondere natürliche Kältemittel wie Propan – verschieben sich technische und sicherheitsrelevante Überlegungen zunehmend in Richtung Monoblock-Lösungen.
Mehrere Wortmeldungen aus dem Club unterstrichen, wie komplex das Thema in der Praxis ist. Heizkörpergrößen, Vorlauftemperaturen, Taktverhalten, Heizkurven, Zusatzheizstäbe, Kältemittel, Gerätestandort und Fachplanung greifen ineinander. Gerade deshalb wurde der sachliche und differenzierte Zugang des Vortragenden besonders positiv hervorgehoben.
Feusthubers Fazit: Energieautarkie bedeutet nicht völlige Unabhängigkeit, aber mehr Handlungsspielraum. Vor einem Heizungstausch sollten Heizlast, Vorlauftemperatur, Heizflächen, Dach- und Dämmzustand, Tarifmodell und Nutzerverhalten geprüft werden. Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik ist kein ideologisches Statement, sondern kann – richtig geplant – ein technischer und wirtschaftlicher Beitrag zu mehr Unabhängigkeit, Planbarkeit und Zukunftssicherheit sein.
Ausblick
- Am 18. Mai folgt der nächste Vortrag. Christian Bulfon wird über „SICO Technology GmbH – Teil der Wietersdorfer Gruppe“ referieren.
- Von 29. bis 31. Mai findet der Clubausflug in die Südsteiermark statt. Wer noch teilnehmen möchte, wird um Anmeldung gebeten.
- Am 8. Juni findet das Arbeitsmeeting „Agenda 2026/27“ statt.
- Am 15. Juni folgt der Vortrag „Ötzi – Medizinische Botschaften aus der Vergangenheit“.
- Für den 6. Juli wird nochmals um Anmeldung zum Treffen am Ossiacher See und zum Carinthischen Sommer ersucht.